Tag 2 im Camp begann wieder sehr relaxed…die Rafting tour begann wieder um 9, diesmal ab Camp in Richtung Rishikesh.
Alexandra (die Frau des juengeren Paerchens, diese wohnten uebrigens nicht im Camp sondern im dazugehoerigen Hotel Himalaya Hideaway) meinte, das sie gehoert habe, das die heutige Tour wohl nur Medium sei und die erste sei schon anspruchsvoller gewesen. Sie war aber bei der ersten Tour nicht dabei…
Schnell war klar, das die gute da was verdreht hat. Von wegen Medium…die Tour war ” sehr gut durch”…machte jedoch Riesenspass…es war alles dabei…
Flips, fast ertrinkende, verletzte..einfach alles
Erneut gingen die Englaender in ein grosses Boot mit dem ersten spanischen Guide, Marco, wir machten mit unserem Nepalesischen Sunjay den “deutschen vierer” und das zweite grosse Boot wurde mit 8 Indischen Campern besetzt und dem armen Sanchez als Guide….fatale Entscheidung.
Der erste Rapid hies “good morning Rapid”… ich dachte, der heisst so, weil man nach ihm wach ist…weit gefehlt..er traegt den Namen deshalb, weil er nur am Morgen so richtig Power hat.
Der zweite war ein Fieser namens “return to sender”… erwischt man hier nicht die Hauptsroemung in dem man Paddelt was das zeug haelt, klatscht das boot an die Felswand und geraet in einen Strudel, der einen immer wieder zum Ausgangspunkt zieht. Bloed wenn in einem solchen Boot Leute sitzen, die scheinbar dachten, das sie auf einem Ruderausflug sind und leidenschaftslos auf dem wilden Wasser herumkratzen…Sprich: die Jungs und Maedels aus Indien waren weder synchron im Paddeln, noch legten sie genug Kraft auf die Paddel, so das sie aus dem return to sender nicht mehr rauskamen. Sanchez versuchte es fast im alleingang dort rauszukommen, ohne Erfolg. Unser Guide bschloss dann eine Bucht anzusteuern und bat das deutsche Paerchen auszusteigen und uns, mit Ihm ein “try to rescue” durchzuziehen, weil er ueberzeugt war, das wir fast schon profi maessig paddelten…Geschmeichelt legten wir uns ins Zeug und mussten feststellen, das mit zwei Paddeln Stromaufwaerts zu kommen verdammt anstrengend sei.
Kurz bevor wir etwas fuer Sanchez tun konnten, schaffte er es tatsaechlich fast im alleingang das boot da rauszuholen.
Man sah ihm an, das er kurz vorm umkippen war und die Guides beschlossen eine Pause.
Der gute war nicht nur alle, sondern auch extrem angepisst von den Leuten…was irgendwie verstaendlich war. Am abend erzaehlte er mir beim Bier, das die Inder die ganze Zeit ueber nur am schnattern waren und nicht einer von denen auch nur halbwegs mit Kraft gepaddelt habe…was aber in den Rapids wichtig ist um sauber und mit spass durchzukommen.
Wir waren uebrigens nach der “Baywatch” aktion ebenfalls voellig erledigt und hoechst Dankbar fuer die Pause.
Man beschloss es nochmal zu versuchen, pflanzte die Inder wieder in ihr Boot und weiter gings.
Zwei (extrem geilen ) Rapids spaeter steuerten wir auf ein “monster” zu, namens Rollercoaster… Name war Programm..schoene heftige strudel und wellenberge…unser guide erspaehte die Situationo und erklaerte uns: Paddel with most Power… gesagt getan…wir pfluegten da durch das es nur so ne Freude war..das Boot war zweimal kurz vorm Kippen, aber dank der voraussicht von Sunjay und unserem guten Timing passierte nix, ausser viel Spass haben !
Als es ruhiger wurde, drehte sunjay das Boot, damit wir den anderen zusehen konnten..fast zu spaet… die Inder hatten es immer noch nicht geschnallt, das sie Paddeln muessen, als wenn es um ihr leben geht…und somit kam der flipover… was dann abging war eigentlich unglaublich.
Die Bootsinsasse hatten wirklich so ziemlich ALLES vergessen, was man Ihnen bei der Einweisung sagte und zusaetzlich noch so ziemlich alles falsch gemacht, was nur falsch zu machen war… die, die das Boot in der naehe hatten, hielten sich an der Bootsseite fest… kommt bloed, wenn der Guide die sache im Griff hat, bereits auf dem Boot steht um das Boot wieder umzudrehen…die die weggerissen wurden liessen alle samt Ihre Paddel los (dies war aber oberstes Gebot NICHT zu tun…”immer das Paddel festhalten, wenn der Guide sieht, das ihr kein Paddel mehr habt, holt er erst das Paddel, dann euch
)
Wir beschaeftigten uns, da wir vorne waren, mit dem herausfischen der Paddel..alles unter dem Wechsel: “Most-Power-Paddeling” und rausfischen. Dann zogen wir noch eine der Inderinnen an Board und begannen wieder Stromaufwaerts zu Paddeln um weitere Hilfe zu geben. Den Leuten im Wasser stand die pure Panik im Gesicht. Wir uebergaben die Inderin dem zweiten Grossen Boot und halfen einem weiteren Inder aus dem Wasser…dieser Bruellte wie am spiess, “where is my wife” ..unser antwort, sie sei sicher im anderen boot ignorierte er und schrie immer weiter…bis er einen schlag vom guide bekam…dann kapierte er es.
Sanchez hatte endlos lange damit zu tun, die Leute davon abzubringen sich weiter am Boot festzukrallen, damit er es drehen konnte.
Nach der aktion , die mir extrem lange vorkam, brauchte es ne Pause, da Sanchez wirklich am Ende war.
Waehrend der Pause beratschlagten die 3 Guides das weitere Vorgehen… die Parteien wurden gemischt. Englaender und Briten.
Die Inder sassen gute 10 Minuten voellig erschoepft und immer noch mit Panik in den Augen auf den Felsen. Ploetzlich fingen sie schon wieder an sprueche zu klopfen, wie nahe sie dem Tod waren und so weiter…vermutlich fanden sie es alle cool.
Damit gings dann weiter.
Wir laesterten natuerlich..und wir lachten..klar..ich machte dann nur die bemerkung, das wir vielleicht aufhoeren sollten, sonst erwischt es uns…DAS dauerte dann nicht lange.
Wieder ein Rapid, der doch sehr stark war…wieder die Ansage, mit voller Kraft zu Paddeln..aber irgendwie drehte sich das Boot dann doch seitlich und kippte.. zuerst war das Paerchen weg und ich wollte staerker Paddeln um sie rauszufischen, ueberhoerte aber den “get down” befehl dabei, der soviel bedeutet wie, in die mitte des bootes werfen und am Bootsseil festhalten und schwupp, weg war er…danach verstand ich die Panik in den Augen der Inder…Ich ging unter und das erste, das mir durch den Kopf schoss war “halte das Paddel fest”..somit versuchte ich mit einer hand und einer Faust an die oberflaeche zu gelangen…bloed nur, das das Boot ueber mir war..auch beim zweiten mal..Luft hat man beim fallen auch nicht so viel geholt, also wird es langsam eng..das dritte mal war das Boot endlich weg und ich kam ueber wasser…beim Versuch richtig tief luft zu holen, kam mir leider schon die naechste grosse Welle entgegen und ich hatte das Gefuehl ich wuerde den Ganges aussaufen.
Irgendwann fiel mir ein, das wir ja gesagt bekamen: mit dem Kopf Flussabwaerts zu drehen um nicht wirklich das ganze Wasser aufzunehmen.
Dann noch die Regel befolgt nicht wie bloed zu strampeln sondern treiben lassen..dabei bemerkte ich noch ein Paddel von den anderen und nahm das auch noch..tolle idee..
Nach einiger Zeit kam dann auch unser Boot mit Cheffe und dem Guide auf mich zu, welcher mich auch wieder ins Boot zog. Christoph wurde vom zweiten Boot aufgelesen und ich fischte dann noch Alexandra auf, waehrend Cheffe das noch fehlende Paddel auflas.
Absolutes Teamwork…irgendwie.
Man geraet wirklich schnell in Panik..das weiss ich jetzt auch..auch wenn ich eigentlich doch ganz gut schwimmen kann, was aber viel wichtiger ist: Kondition…und davon hab ich nun wirklich nichts !
Nachdem sich alles wieder beruhigt hatte, begannen in den seichteren stellen die wasser-spritz-spiele … ganz witzige aktionen irgendwie.
Ab und an gingen noch Leute freiwillig ins Wasser um sich abzukuehlen.
Kurz vor Rishikesh gibt es einen hohen (geschaetzte 5 – 6 m) Felsen von dem man Springen konnte…auch das haben wir natuerlich mitgenommen..
Kurz danach ereichten wir Rishikesh und damit war auch die zweite Tour vorbei.Alles in allem 6 stunden Rafting und irgendwie angefixt !
Alle Teilnehmer ausser Cheffe und mir wurden zu Jeeps gebracht…wir wurden erneut “auserkoren”, um Sanchez und Sunjay zu helfen die Boote auf einen Transporter zu Packen und das Equipment aufzuladen. Ich habs gern gemacht, da Sanchez n super cooler Typ ist, und wir von Anfang an ein freundschaftliches Verhaeltnis hatten.Er ist irgendwie n absolut durchgeknallter Typ..das hat mir wohl gut gefallen 
Die Guides standen dann hinten auf dem Transporter und Cheffe und ich sassen vorne in der Fahrerkabine.
Mit dem Transporter ueber die schmale strasse zurueck war ein abenteuer fuer sich
indische strasse, indischer verkehr ..einfach abgefahren.
Im Camp angekommen war noch ein wenig relaxen angesagt und um 16 uhr mussten wir schon wieder das Camp verlassen und verabschiedeten uns von der Spanien-connection.
Andi sprach mich dann nochmal an und meinte, das er mir seine Mailadresse gibt und wenn ich jemals hier her zurueckkommen moechte, oder auch mal in Spanien Raften moechte, soll ich Ihn anmailen…wenn er mir nicht helfen koennte, so kennt er doch ne Menge anderer Leute…und da ginge immer was…
Cool das…und ich fuerchte, das ich frueher oder spaeter davon gebrauch machen werde 
Noch ein herzliches “Machs gut, alter” mit Sanchez und Marko und wir mussten los…Auf dem Weg zum Bahnhof noch kurz das Shiva Monument bestaunt und ab dafuer.
Die Ruekfahrt fand dann im 1st Class Wagon statt…zustaende wie im Flugzeug. Es wurden Getraenke und Essen gereicht. Alles in allem unspektakulaer..bis auf die Affenbande, die ploetzlich am Bahnhof auftauchte und fuer allerhand wirbel sorgte.
In Delhi angekommen, merkten wir auch ganz schnell, welch herrliche Luft im Camp herrschte..Delhi stinkt..erbaermlich.
Der Ruecktransport zum Hotel folgte wieder durch einen Mitarbeiter der Firma…inkl. Polizeikontrolle…Mit der Polizei moechte ich nichts zu tun haben..die ziehen schneller den Knueppel als man “buuhh” sagen kann…
Der Montag naht und somit auch wieder die Arbeit…
Fuso